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diverCITYLAB – PERFORMANCE und THEATERlabor

Friede kostet nichts – außer Überwindung!

Wir sind in Sommerpause!
Vielen Dank für Ihren Besuch – stöbern, lesen und informieren Sie sich gerne über diverCITYLAB! Anfragen können wir allerdings erst wieder an 24.08.2016 beantworten.
Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer!

Peace dosn’t cost a thing – except some effort!

We are on summerbreak!
Thank you very much for visiting our website – please don’t hesitate to look around, read and lear more about us. Any enquieries will be answered after 24th of August.
Have a reCREATIVE summer!

fuß

Ein Mensch betritt die Bühne.*

Wer ist dieser Mensch? Welche Geschichten erzählt er? Welche Form findet er dafür? Für wen erzählt er sie und wer hört ihm dabei zu? Ein lebendiges Theater muss sich diesem Diskurs laufend stellen und auf Veränderungen in der Realität, in der es stattfindet, reagieren.
Gerade in einem häufig angstbesetzten Umfeld, in dem sich die Fronten stetig verhärten, ist ein neugieriger, flexibler und frecher Umgang mit der Diversität unserer Gesellschaft unverzichtbar. In einer Kultur, die über Migration entstanden ist, muss die Definition einer kulturellen Einheit über die Definition eines Nationalstaats scheitern.
„Da man davon ausgehen muss, dass eine enge kulturelle Verbundenheit, die angelblich den Leib der Nation zusammenhielt, niemals und nirgendwo je existierte, mussten sich die Schöpfer des kollektiven nationalen Gedächtnisses sehr anstrengen, um sie zu erfinden.“ (Schlomo Sand: Die Erfindung des Jüdischen Volkes)

Es braucht neue Strategien um eine Identität zu schaffen, die sich aus der Diversität ihrer Individuen stärkt anstatt diese zu fürchten. Der Begriff postmigrantisch versucht die Realität aller Individuen, die diese Gesellschaft bilden, zu beschreiben und die Trennlinie zwischen dem WIR und dem IHR aufzuheben.

Spätestens mit den aktuellen Fluchtbewegungen hat auch die Österreichische Theaterwelt begonnen sich mit dem Thema Diversität zu befassen. In der Freien Wiener Kunstszene betreten die neu Angekommenen die Bühnen und ihre Geschichten prägen die Szene merklich. Hier zeigt sich der beinahe vergessene, integrative Charakter der Kunst.
Wenn auch nicht jede_r, der/die jetzt eine Bühne betritt, Künstler_in werden muss, so hat doch jede_r das Recht, an der Kunst dieser Stadt teilzuhaben, sei es als Rezipient_in, Diskutant_in oder als Kunstschaffende_r.

In der derzeitigen Experimentierphase der Theaterszene stellt sich unser Theaterlabor dieser künstlerischen wie kulturpolitischen Debatte. diverCITYLAB pflegt einen diskursiven, sensiblen und bewussten Umgang mit den neuen Künstler_innen und Themen und stellt dabei ständig die verwendeten theatralen Mittel in Frage.
Um dem Kunstbetrieb langfristig die Möglichkeit zu geben, mit dem gesellschaftlichen Wandel mitzuhalten und somit eine nachhaltige Veränderung in der Szene zu ermöglichen, ist es wichtig denjenigen, die in der Kunst ihre Zukunft sehen, die Chance dazu zu bieten. Bereits unsere Erfahrungen bei Pimp My Integration haben gezeigt, dass es in der Wiener Theater- und Kunstszene kaum Möglichkeiten zur Professionalisierung für Menschen mit Migrationshintergrund gibt.

Um dieses Manko zu beheben, entstand Ende 2013 das Performance- und Theaterlabor diverCITYLAB. In einer Synthese aus Kunstprojekt und praxisorientierter Ausbildungsstätte haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Theaterszene für alle Mitglieder unserer postmigrantischen Gesellschaft zu öffnen. Als Kunstschaffende begleiten und beraten wir unsere Studierenden und Stipendiat_ innen auf ihrem Weg zu professionellen und autonomen Künstler_innen.
diverCITYLAB entsteht aus dem Zusammenspiel aller Mitwirkenden und bietet damit autonomen Künstler_innen ein flexibles Arbeitsumfeld, welches wir als Grundvoraussetzung für kreatives Arbeiten sehen. Um dies zu gewährleisten definiert sich die Arbeit unseres Stipendienprogramms mit jede_m Stipendiat_in neu und die Curricula der Schauspielschule passen sich den Interessen, Stärken und Bedürfnissen der Studierenden an.
In diesem Sinne versteht sich diverCITYLAB als Kompetenzpool, in dem die Mitarbeiter_innen neben ihren künstlerischen Fähigkeiten ihre langjährige Erfahrung in allen Bereichen des Theaters zur Verfügung stellen. Dieser Pool besteht aus theoretischem Wissen, organisatorischer Unterstützung, dramaturgischer Beratung, technischen Grundlagen. In den Fällen, in denen die Expertise unseres Teams nicht ausreicht, vermitteln wir regelmäßig und freudig an andere Initiativen und Institutionen weiter.

 
* Szenenanweisung von Samuel Beckett